Impingement Syndrom

Das Impingement Syndrom stellt die häufigste Ursache von Schulterschmerzen dar. Gemeint sind unterschiedlichste Erkrankungen des Gelenkbereichs unterhalb des Schulterdachs (Subcromialraum). In diesem Kontext fällt auch häufig der Begriff „Subacromial-Syndrom“ (= Engpass-Syndrom), welcher verschiedene Ursachen resümiert, die in Schleimbeutelentzündungen resultieren.

Welche Symptome treten beim Impingement Syndrom auf?

Das Schultergelenk wird von einem knöchernen Dach bedeckt, worunter sich ein begrenzter Raum für Sehnen, die als sogenannte „Rotatorenmanschette“ bezeichnet werden und für die aktive Beweglichkeit der Schulter essenziell sind, sowie der sich zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette befindliche Schleimbeutel. Letzterer wiederum dient als Puffer zum knöchernen Schulterdach in jenem eingangs beschriebenen begrenzten Raum. Wird jener Raum zu eng (z.B. aufgrund eines Knochensporn), werden die Weichteile eingeklemmt, wodurch schmerzhafte Entzündungen des Schleimbeutels und sogar Sehneneinrisse entstehen können. Die am häufigsten auftretenden Symptome beschreiben Schmerzen bei Überkopfbewegungen und Nachtschmerzen im seitlichen Bereich der Schulter und des Oberarms, teilweise mit Ausstrahlung bis zum Ellbogen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten können in Betracht gezogen werden?

Um zu einer Diagnose zu gelangen, wird nach einer ausführlichen körperlichen Untersuchung auf eine Röntgenuntersuchung zurückgegriffen, wobei hier Röntgenbilder in verschiedenen Ebenen anfertigt werden, wodurch es möglich ist, die knöchernen Strukturen zu beurteilen. Im Zuge einer MRT-Untersuchung können des Weiteren die Sehnen bzw. Rotatorenmanschette begutachtet sowie etwaige Schwellungen diagnostiziert werden.

Die Behandlungsmöglichkeiten gestalten sich sowohl konservativ als auch operativ.

  1. Konservative (nicht operative) Therapie:
    Grundsätzlich erfolgt nach der Diagnosestellung eine Physiotherapie. Sind die Schmerzen sehr stark, besteht auch die Option, die Entzündung mittels einer Kortison-Spritze zu hemmen.
  2. Operative Therapie:
    Erweisen sich die Schmerzen als langanhaltend, sollte ein operativer Eingriff angedacht werden. Dieser wird routinemäßig arthroskopisch durchgeführt, indem der Schleimbeutel sowie einige Millimeter Knochen vom Schulterdach entfernt und somit mehr Platz für die Sehnen geschaffen wird.

In welcher Form gestaltet sich die Nachbehandlung?

Nach erfolgreicher Operation können die Patient_innen die Schulter frei bis zur Schmerzgrenze bewegen. Die Physiotherapie wird bereits am Tag nach der Operation eingeleitet, um den Heilungsprozess bestmöglich zu unterstützen. Für die Dauer der Nachbehandlung kann kein allgemein gültiges Rezept definiert werden, da sie individuell verschieden ist. Im Regelfall beschränkt sie sich jedoch auf einen ungefähren Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Die volle Arbeitsfähigkeit wird – abhängig von der persönlichen beruflichen Belastung – zwischen sechs bis zwölf Wochen postoperativ wieder erreicht.

Dr. Rene Könighofer Graz

Dr. med. René Könighofer

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

In unserem Kompetenzzentrum für Schulter und Knie in Graz stehen Sie im Mittelpunkt. Deshalb sind jegliche Behandlungskonzepte individuell auf Sie zugeschnitten sowie an Ihrem aktuellen Krankheitszustand orientiert.
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